Die
ganz in warmrotem Backstein erbaute Stiftskirche
St. Mauritius und St. Viktor ist ein kunsthistorisch
sehr bedeutendes Bauwerk in der ehemaligen Grafschaft
Hoya. Als Bauzeit der Kirche wird etwa die Mitte
des 13. Jahrhunderts angenommen, wobei der Altarbereich
am ältesten ist. Hier ist eine starke Ähnlichkeit
mit der Stiftskirche Jerichow in Sachsen-Anhalt
festzustellen.

Foto: W.
Defort
Entsprechend ihrer Doppelfunktion als Stifts-
und Pfarrkirche ist sie auf der Grenze zwischen
Stiftsbezirk und früherem Gemeindefriedhof
errichtet. Ein mächtiges Satteldach bedeckt
einheitlich das Langhaus. Es bildet mit dem quadratischen
(ca. 45m hohen) Vierungsturm, Chor und Querhaus
eine kraftvolle Baugruppe, die einen - weithin
sichtbaren - stattlichen Eindruck macht. Von einem
Vorgängerbau aus dem 10. Jahrhundert ist
nur bekannt, dass Bischof Adeldag im Jahre 980
die Reliquien des Hl. Viktor in die ihm zu Ehren
erbaute Kirche übertrug - heute noch vorhanden
im spätromanischen Reliquienschrein im Altarblock.
Die Figur des Hl. Viktor in einer Nische im südlichen
Querhaus stammt aus dem 19. Jahrhundert. Ihren
zweiten Patron, Sankt Mauritius, bekam die Kirche
im 13. Jahrhundert.

Foto: W.
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Am Fronleichnamstag des Jahres 1327 wurden Stift
und Kirche durch eine Feuersbrunst schwer heimgesucht.
Die beiden Westtürme als Pendant zum (bis
zum Brand 1797 fast 90m hohen) Vierungsturm sind
nicht wieder errichtet worden. Sonst hat man die
Kirche aber weitgehend in den alten Formen wiederhergestellt.

Foto: W.
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Von der mittelalterlichen Ausstattung der Kirche
ist leider so gut wie nichts erhalten. Quellen
aus der Zeit um 1700 berichten noch von Altären
des 15. Jahrhunderts und von alten Wandmalereien
im Chor. Die letzten Reste des mittelalterlichen
Bestandes scheinen außer durch einen erneuten
Brand 1797 bei der Renovierung 1866/69 verlorengegangen
zu sein. Im Zuge einer weiteren Renovierung 1957/61
mussten die Malereien des 19. Jahrhunderts ebenso
wie der Altaraufsatz wieder weichen. Beides soll
nun durch erneute Restaurierungsarbeiten wiederhergestellt
werden. Eine Anzahl von Äbtissinnen-Epitaphen
zieren noch immer die Wände. Sehenswert bleiben
u.a.: der wunderschöne historistische Gipsbild-Fußboden
im Altarraum und das Grabmal der 1585 verstorbenen
Äbtissin Anna Gräfin von Hoya im südlichen
Querschiff.
Mehr Infos zur Stiftskirche Bassum findet man
unter:
www.kirche-bassum.de
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